Als V-Mann bei den „Bandidos“ eingeschleust




Dass er erst nach 35 Verhandlungstagen verurteilt wurde, hat damit zu tun, dass der Mario F. bei der Regensburger Rocker- Gruppe „Bandidos“ als V-Mann des bayerischen Landeskriminalamtes LKA eingeschleust war.

Seine „Nebentätigkeit“ in der Rauschgiftszene, behauptete der Mann vor Gericht hartnäckig immer wieder, sei dem für ihn zuständigen LKA-Beamten Norbert K. im Detail bekannt gewesen: mit den Drogengeschäften habe er sich als Neuer bei den stark abgeschotteten „Bandidos“ Zugang und Respekt verschafft.

Verurteilt wurde Mario F. wegen unerlaubtem Handel und unerlaubter Einfuhr von Betäubungsmitteln zu sechs Jahren und zehn Monaten.

Die Staatsanwaltschaft hatte für Freiheitsstrafen von insgesamt 16 Jahren beantragt. Oberstaatsanwalt Thomas Trapp sagte im Plädoyer zur kriminellen Potenz dieses Angeklagten: „Jeder Tag, den der hinter Gittern verbringt, sei ein guter Tag für die Sicherheit der Bevölkerung“.

Nichts als „heiße Luft“ sei die Behauptung, dass der zuständige V-Mann-Führer Norbert K. aus dem Landeskriminalamt in München über alle Rauschgiftgeschäfte im Bild gewesen sei.

Aktuelles vom 04.02.2016: Norbert K. suspendiert
Als vor kurzem eine Tochter des Angeklagten gestorben war, durfte der Vater nicht an der Beerdigung teilnehmen. Das Gericht begründete seine ablehnende Entscheidung damit, dass es auf dem Friedhof einer Gemeinde im Landkreis Bad Kissingen zu einem Racheakt der “ Bandidos“ auf den ehemaligen „Maulwurf“ kommen könnte. Inzwischen, so einer seiner Anwälte, durfte der Angeklagte unter Ausschluss der Öffentlichkeit das Grab seiner Tochter aufsuchen.

Für Norman Jacob (Würzburg), einen der Verteidiger von Mario F., hat das Bayerische Landeskriminalamt in höchst bedenklicher Weise versucht, steuernd in die Beweisaufnahme einzugreifen und zu bestimmen, was das Gericht erfahren darf und was nicht. Daher sei das kein fairer Prozess. Deswegen beantragte er, wenn auch erfolglos, die Einstellung des Verfahrens

Der Vorsitzende Richter: Verurteilen könne er nur Taten, die man nachweisen kann, hier musste er in erheblichem Umfang nach dem Grundsatz „im Zweifel für den Angeklagten“ entscheiden.

Berichte aus 2013

Der Unterstützerkreis Mario F. erinnert

 

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