Zwei Jahre und drei Monate für Ex-V-Mann des LKA

Wegen illegaler Einfuhr von Drogen hat das Würzburger Landgericht einen ehemaligen V-Mann des LKA zu zwei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Der Prozess war acht Monate verhandelt worden und hatte viel Staub aufgewirbelt.

Landgericht Würzburg im LKA V-Mann Skandal

Bei der Urteilsverkündung am Mittwochvormittag (17.08.16) sagte der Vorsitzende Richter wörtlich:

„Wir haben dabei Dinge erörtert, die wir uns vor dem Prozess kaum vorstellen konnten.“ so der Vorsitzender Richter am Würzburger Landgericht

Ein Urteil und viele offene Fragen

Der sogenannte V-Mann-Prozess hat in den vergangenen acht Monaten für reichlich Wirbel gesorgt. Was wusste das Bayerische Landeskriminalamt von den illegalen Aktivitäten seines Spitzels? Gab es sogar eine Einmischung von Politikern, die Akten sperren und unter Verschluss nehmen ließen? Zeitweise dominierten Fragen wie diese den Prozess statt der eigentlichen Tat.

LKA-Beamte weiterhin im Fokus

Gegen sechs Beamte des Landeskriminalamts wird noch ermittelt. Sie sollen nachträglich Akten manipuliert haben. Mario W. war vom LKA in die Regensburger Rockergruppe Bandidos eingeschleust worden, um Informationen zu besorgen. Der Handel mit Drogen gehörte nach Auffassung von Gericht und Staatsanwaltschaft nicht zu seinen Aufgaben. Erneut verurteilt wurde der 49 Jahre alte Angeklagte deshalb wegen der Einfuhr von knapp zehn Gramm Crystal Speed aus Tschechien. Damit bestätigte das Gericht in zweiter Instanz im Kern ein früheres Urteil. Die Verteidigung Mario W.s hatte einen Freispruch gefordert und stets betont, das Landeskriminalamt sei in alle Geschäfte eingeweiht gewesen.

Rechte und gefunden auf BR.de   Von: Achim Winkelmann   –  Stand: 17.08.2016