Drogen-Prozess: V-Mann der Polizei deckt Handel mit Betäubungsmitteln im Kreis Bitburg-Prüm auf

Prozessauftakt im Trierer Landgericht: Ein Irreler wird beschuldigt, mit größeren Mengen Amphetamin und Marihuana gehandelt zu haben. Ein wichtiger Zeuge ist nicht aufzufinden, andere schickt Richterin Petra Schmitz überraschend weg.

Ein V-Mann der Polizei deckt den vermeintlichen Handel von Betäubungsmitteln mit auf. Wie im Krimi steht er selbst auf einmal unter Verdacht. Ob der Informant jemals vor dem Trierer Landgericht vernommen wird, ist ungewiss – zum Schutz der Person. Der eigentlich heute angeklagte 38-Jährige aus einem Ort in der Eifel gesteht, zumindest überwiegend. Dann ist da noch die Sache mit Zeugen, die spontan doch nicht mehr aussagen sollen.

Die Anklage
Zwischen dem 1. Juli und dem 1. Dezember 2016 soll der Angeklagte im Kreis Bitburg-Prüm bei acht Gelegenheiten mit Betäubungsmitteln gehandelt haben, in nicht geringer Menge: Der Gesamtumfang soll laut Staatsanwaltschaft bei 1,8 Kilogramm Amphetamin und 300 Gramm Marihuana liegen – damit man eine Vorstellung hat: Das Gras könnte umgerechnet für rund 1000 Joints reichen.

„Es stimmt, aber anders als die Anklage lautet.“ Der 38-Jährige will ausräumen, derartige Mengen besessen zu haben – die Hoffnung ist womöglich Strafmilderung. Das mit dem Handel sei so gelaufen: Von Juli bis Oktober 2016 habe er von einem Eifeler Gastwirt monatlich 100 Gramm Amphetamin für sechs Euro das Gramm und etwa 60 Gramm Marihuana für 6,50 Euro pro Gramm gekauft. Die Menge der Drogen sei dann überwiegend von ihm, seiner Lebenspartnerin, und zwei weiteren Freundinnen konsumiert worden. Eine der beiden Käuferinnen, seine größte Kundin, ist mittlerweile gestorben. Der Wirt wäre heute eigentlich Zeuge. Im Mai wurde er aus dem Gefängnis entlassen und wurde seitdem nicht mehr aufgefunden.
Dann rückt die VP in den Focus, denn Angeklagter und dessen Anwalt haben einen üblen Verdacht. VP, das ist die Kurzform für Vertrauens-Person, etwa ein Informant der Polizei. Zum Hintergrund: Wie sich aus den chemischen Analysen der Polizei ergibt, war das vom V-Mann abgegebene Amphetamin stark gestreckt mit Koffein. Der 38-Jährige bestreitet, dies gestreckt zu haben und gibt gleichzeitig an, die VP habe sich – beim vorgetäuschten Kauf – stets etwas vom Amphetamin in ein gesondertes Tütchen abgezweigt. Also Eigenbedarf oder illegaler Weiterverkauf? Ein Vorwurf und viele Fragen, die vorerst nicht geklärt werden. Anwalt Dietmar Bonn bestärken sie aber in einem Vorhaben.

Die Zeugen 
Weitere Zeugen gibt es an diesem Tag nicht. Das verhindert Verteidiger Bonn. Für bis zu sieben Akten von Zeugen fordert der Anwalt Akteneinsicht und Unterbrechung des Verfahrens bis dahin. Er habe keine Information über bisherige Ermittlungsergebnisse bei den Zeugen. Eine Akte, rund zehn Zentimeter dick und rot, liegt bei Richterin Petra Schmitz bereit. Er brauche aber alle, um den Zeugen Vorhaltungen machen zu können. Er belehrt daraufhin alle Anwesenden über Prinzipien „fairer Verfahren“ oder das „Akteneinsichtsrecht“. Richterin und Staatsanwältin Anna Koch haben keine Bedenken, das Verfahren zu einem anderen Zeitpunkt, nach Akteneinsicht, weiterzuführen.
Zwischendurch geht zwei Mal die Tür auf. Die angereisten Zeugen vertröstet Richterin Schmitz freundlich auf den nächsten Termin. Die Frage ist: „Was können wir dann heute noch machen?“, sagt sie relativ gelassen. Es geht dann um die Vergangenheit und die, gut gefüllte, Akte des Angeklagten.

Die Kindheit
So beschreibt er seinen Lebenslauf selbst: Er ist ein Scheidungskind, der Vater Alkoholiker. Zwischen 6 und 17 Jahren lebt er in einem saarländischen Kinderheim. Dann der Rauswurf. „Man muss sich im Heim beweisen“, sagt er. Wie, das wird aus seiner Akte ersichtlich: Diebstahl und Sachbeschädigung, Versuch der gefährlichen Körperverletzung, Fahren ohne Fahrerlaubnis – alles aus dem Jahr 1985. Die Liste ist lang und setzt sich bis in die Gegenwart fort. Eine Schreinerlehre bricht er ab, arbeitet dann 22 Jahre für ein regionales Unternehmen. Zwischendurch gab es eine Privatinsolvenz und Alkoholsucht und seit Dezember 2016 die Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Wittlich.

Das Verfahren wird fortgesetzt am 25. August und am 16. September. Dann kommen die Zeugen zur Sprache.

Kopierrecht und Geistiges Eigentum bei Volksfreund vom 08.08.2017

PS: Unterstützerkreis -> Es liest sich wie in Mario W. Fall und mit dieser Menge 1,8 Kilogramm Amphetamin und 300 Gramm Marihuana müsste er für 500 Jahre in den Knast vorausgesetzt er würde in Würzburg vor Gericht sitzen wenn genau so wie bei Mario W. geurteilt würde. Da hat er bereits heute schon Glück das dies nicht so ist.   Wir sind gespannt was noch kommt.

 

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