spiegel online Diebstahl, Falschaussage und Strafvereitelung im Amt

Die Vorwürfe lauten unter anderem: Diebstahl, Falschaussage und Strafvereitelung im Amt

In der V-Mann-Affäre beim bayerischen Landeskriminalamt hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen sechs Beamte erhoben. Die Vorwürfe lauten unter anderem: Diebstahl, Falschaussage und Strafvereitelung im Amt.

Im Zusammenhang mit der sogenannten V-Mann-Affäre am Bayerischen Landeskriminalamt (LKA) hat die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth Anklage gegen sechs LKA-Beamte erhoben. Laut Angaben der Behörde müssen sich die Ermittler wegen Diebstahls in mittelbarer Täterschaft, Strafvereitelung im Amt, uneidlicher Falschaussage und Betrugs verantworten.

Nicht alle Beschuldigten sind wegen sämtlicher Delikte angeklagt. Allerdings wurden alle sechs Beamten vom Dienst suspendiert. Einer der Beschuldigten war im Zuge der Ermittlungen bereits vor einem Jahr des Dienstes enthoben worden. Die anderen fünf – unter ihnen Führungskräfte – wurden am Dienstag suspendiert, so ein LKA-Sprecher.

Es geht bei den Ermittlungen um einen Spitzel des LKA bei der Rockerbande „Bandidos“. Dieser war im Jahr 2011 an einem Diebstahl von Minibaggern und weiteren Kleinbaumaschinen in Dänemark beteiligt. Einer der Kommissare war Kontaktmann des sogenannten V-Manns. Er und ein weiterer Beamter sollen die Straftat des Spitzels nicht nur gedeckt, sondern sogar in Auftrag gegeben haben.

Die anderen vier Beamten sollen von der Beteiligung des Spitzels an dem Diebstahl gewusst haben. Indem sie unvollständige oder falsche Informationen an die Polizei weitergaben, verhinderten sie Ermittlungen in dem Fall. Dafür wurden laut einer Ermittlungsakte der Kripo Nürnberg auch mehrere Akten über den V-Mann-Einsatz gefälscht.

Kopierrecht bei Spiegel Online. Erschienen am 15.02.2017 unter http://www.spiegel.de/panorama/justiz/bayern-sechs-lka-beamte-wegen-v-mann-affaere-angeklagt-a-1134730.html