Durchsuchung beim LKA in München

V-Mann angeblich zu Straftaten angestiftet

Ein Dezernat des Bayerischen Landeskriminalamts in München ist von Polizei und Staatsanwaltschaft durchsucht worden. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg ermittelt gegen sechs LKA-Beamte unter anderem wegen des Verdachts der Strafvereitelung im Amt. Zentrale Figur ist ein V-Mann.

Von: Lena Deutsch Stand: 10.11.2016 gefunden auf BR.de

Wie der Bayerische Rundfunk von der Staatsanwaltschaft Nürnberg erfuhr, fanden die Durchsuchungen bereits am 3. November statt. Gegen die Beamten bestehe der Verdacht der Strafvereitelung im Amt, der Urkundenunterdrückung, des Betrugs, der Datenveränderung und der Falschaussagen vor Gericht.

Bandido-Rocker war V-Mann

Ins Rollen gekommen waren die Ermittlungen durch einen Bandido-Rocker und früheren V-Mann, der im August vom Landgericht Würzburg wegen Drogenhandels zu einer Haftstrafe verurteilt wurde. Während des Prozesses behauptete er, dass seine Verbindungsleute beim LKA von seinen dunklen Geschäften gewusst hätten. Sie sollen ihn sogar dazu ermuntert haben, um Strukturen im Regensburger Rockermilieu aufzudecken.

Nach Information der Süddeutschen Zeitung sind zwei Beschuldigte hohe Führungskräfte und nach wie vor im Dienst. Dazu wollte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Nürnberg dem BR keine Aussage machen. Sie bestätigte aber, dass es schon mehrere Durchsuchungen im Landeskriminalamt gegeben hat – und zwar 2014 und 2015.