Anklage erhoben - V-Mann-Einsatz im Rockermilieu

Ehemaliger V-Mann-Führer: „Auf keinerlei Ergebnis hingewirkt“




Würzburg – Im Prozess gegen einen ehemaligen V-Mann des Landeskriminalamtes (LKA) hat ein LKA-Beamter bestritten, auf die Ermittlungen gegen seinen V-Mann Einfluss genommen zu haben.

„Wir haben auf keinerlei Ergebnis hingewirkt“, sagte der frühere V-Mann-Führer am Donnerstag vor dem Landgericht Würzburg. Auch habe er den Mann mehrfach belehrt, dass dieser als V-Mann keine Straftaten begehen dürfe. Weil die Staatsanwaltschaft Nürnberg in einem anderen Verfahren gegen den Kriminalhauptkommissar ermittelt, verweigerte der 50-Jährige in Teilen die Aussage. Neben dem 50-Jährigen sollten am Donnerstag ein weiterer V-Mann-Führer sowie deren Vorgesetzter aussagen.

Der 48 Jahre alte V-Mann steht vor Gericht, weil er bei der Einfuhr von Drogen aus Tschechien erwischt worden war. Dafür wurde er 2013 zwar verurteilt – der Bundesgerichtshof hob das Urteil jedoch zum Teil wieder auf. Deshalb wird neu verhandelt. Der Fall hatte Ermittlungen gegen mehrere LKA-Beamte – unter anderem den als Zeugen geladenen V-Mann-Führer – ins Rollen gebracht. Der Angeklagte aus Unterfranken, der mittlerweile unter Zeugenschutz steht, hatte für das LKA bei der Rockergruppe „Bandidos“ gespitzelt . Vor Gericht – sowohl im ersten als auch im zweiten Prozess – hatte der Mann immer wieder betont, dass er die Straftaten im Wissen und teilweise auch im Auftrag des LKA begangen habe.

Quelle: Merkur.de 10.03.2016

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