Jetzt wird gegen den ehemaligen Chef der Soko ermittelt

Ermittlungen gegen den „Super Mario“ vom LKA

Der Unterstützerkreis findet nun endlich ist es soweit.
„Super Mario“ wie er in der Abendzeitung München genannt sitzt bald vor Gericht.

Vom Spitzenbeamten auf die Angeklagebank: Ein hoher Mitarbeiter soll maßgeblich an Straftaten beteiligt gewesen sein, die von seiner Behörde in Auftrag gegeben worden sein sollen.

Im Bayerischen Landeskriminalamt war er ein Star, auf der Karriere-Leiter weit oben, Leiter der Soko „Oktoberfest“ und Experte für organisierte Kriminalität. Am Dienstag wurde „Super Mario“, wie er von seinen Kollegen respektvoll genannt wird, zusammen mit vier weiteren Kollegen vom Dienst suspendiert.

Hintergrund ist die sogenannte „V-Mann-Affäre“, die die Behörden schon seit Jahren beschäftigt. Nach Ermittlungen gegen sieben LKA-Beamte hat die Staatsanwaltschaft Nürnberg jetzt Anklage gegen sechs von ihnen erhoben. Es geht um die Mitwirkung bei einem Diebstahl von Mini-Baggern in Dänemark – vor allem aber um einen Sumpf aus Falschaussagen und manipulierten Stellungnahmen durch das LKA. „Super Mario“ soll bei der Vertuschung strafbarer Handlungen seiner Kollegen in besonderer Weise mitgewirkt haben.

Hinweise auf krumme LKA-Touren lieferte ein V-Mann des LKA schon vor fünf Jahren in einem Prozess vor dem Würzburger Landgericht.

Er sagte aus, dass eine Reihe von Straftaten, etwa der Diebstahl in Dänemark, von LKA-Beamten in Auftrag gegeben worden sei. Davon geht jetzt auch die Staatsanwaltschaft aus.

Dass die Vorwürfe des V-Manns in dem Prozess nicht näher durchleuchtet werden konnten, lag daran, dass das Innenministerium die Herausgabe der V-Mann-Akte verhinderte. Die Verfügung, die Akten unter Verschluss zu halten, unterschrieb ein Staatssekretär. Die Frage ist: Was wusste der Politiker zu dem Zeitpunkt von den Machenschaften der LKA-Beamten? Die Unterlagen, die manipuliert worden sein sollen und dazu führten, dass die V-Mann-Akten nicht ans Gericht gelangten, hatte laut der Staatsanwaltschaft „Super Mario“ geliefert.

Er ist außerdem Dienstvorgesetzter eines Beamten, der der direkte Führer des V-Mannes war und eine eigenwillige Dienstauffassung hatte, indem er etwa den PC seiner Tochter für streng vertrauliche Kontakte verwendete. Ermittelt wird gegen die Beamten wegen Diebstahls, uneidlicher Falschaussage, Betrugs und Strafvereitelung im Amt, wobei nicht allen alle Delikte vorgeworfen werden.

Ein Artikel von Helmut Reister vom 15.02.2017 auf Onlineportal Abendzeitung München