Kriminalrat S., Leiter der Abteilung 614 des BLKA

Kriminalrat S., Leiter der Abteilung 614 des BLKA bestätigt heute als Zeuge bei Gericht:

„Ich sollte nicht alle VP-Berichte sehen, wurde kritisiert von meinen Untergebenen, dass ich Berichte zu schnell nach München weiterleite.“

W s Ra

Nachträglich mit den Ermittlungen der StA Nürnberg konfrontiert ergibt sich für Kriminalrat S. folgendes Bild: Am 14.06.2013, drei Tage nachdem er die VP-Akte Forster aus der Hand an den LKA Beamten Mario H. gegeben hatte, begann man im LKA mit der Fälschung der Berichte, Kenntnisse von Straftaten wurden herausgestrichen aus den Berichten, neue gefertigt, in denen eine Kenntnis des LKA nicht mehr enthalten war. Dies geschah, so berichtete der Zeuge weiter auf Nachfrage von OStA R. heute vor dem LG Würzburg, auch erinnerlich bzgl. Rauschgiftstraftaten in einem Bandidosvereinsheim, von der die VP Mario Forster seinem VP-Führer zuvor in Kenntnis gesetzt hatte, Berichte wurden nachträglich geändert, Hinweise auf Rauschgiftstraftaten wurden weggelassen.

Die zeitliche Komponente hielt der Verteidiger RA Schmidtgall dem Zeugen vor: Am 03.06.2013 hatte er nämlich seinerzeit vor dem LG Würzburg die Beschlagnahme der VP-Akte Mario F. bei dem LKA beantragt, Begründung: dort sind Mario F´s Angaben bestätigt, er hätte das LKA von Straftaten in Kenntnis gesetzt und wurde beauftragt, an solchen teil zu nehmen. Der Prozessbeobachter des LKA seinerzeit schrieb eifrig mit, die Infos gelangten an die Behörde, nur 11 Tage später begannen die Fälschungen der VP-Berichte. Dies bestätigte der Zeuge KR S. heute.

Weiteres Detail, an welches sich der Zeuge erinnern konnte. Kurz vor der Aussage der beiden VP-Führer und Mario H. als Zeugen im ersten Prozess ein Anruf von Mario H. an den Zeugen: Er erklärte ihm die „Linie“ des LKA bzgl. der Baggerdiebstähle, wegen derer die StA Nürnberg heute wegen Strafvereitelung im Amt gegen einzelne LKA Beamte ermittelt. Was denn mit der „Linie“ gemeint gewesen sei, wurde der Zeuge gefragt, der diese Frage im Raum stehen ließ. Für jeden im Sitzungssaal war es klar, hier wurde die „offizielle“ Version gemeint, die die LKA Zeugen dem Gericht präsentieren sollten und wegen derer nun die Nürnberger Kripo gegen ihre eigenen Kollegen wegen Falschaussage ermittelt.

Mario F. sitzt mittlerweile 4,5 Jahre, OStA R. meinte heute, all diese Umstände seien längst berücksichtigt.

Verstehen muss das niemand mehr, Mario F. wird einfach weiter weggesperrt….