Mario W. s Geschichte

Mario W.

Nach einer Haft 2009 habe er sich gedacht, dass das alles nicht so weitergehen könne.
Ein straffreies Leben war nun sein Ziel, und weil ihm ein LKA-Mann namens Tom geraten hatte, sich doch mal zu melden, machte er das. Er bekam dann zwei, wie man so sagt, V-Mann-Führer zugeteilt.

Als V-Mann war W. ein kleiner Fisch.

Das änderte sich, als er an einer Theke in Plattling mit einem Bandido ins Gespräch kam und das den LKA-Leuten erzählte.

Aber er fügte sich, wurde Chauffeur eines bundesweit agierenden Bandido-Bosses und besorgte osteuropäische Prostituierte für Bordelle in der ganzen Republik. So kam er besser an Informationen ran, das LKA wurde immer euphorischer.
In den Akten finden sich Lobreden über den V-Mann.
So nah sei man dem harten Kern der Bandidos noch nie gewesen, jubelte das LKA.

Warum sich das LKA laut W. letztendlich von ihm distanzierte

Zum Bruch kam es dann bei einem Drogendeal in Tschechien, für den W. Fahrtkosten abgerechnet habe.
Er hält das für ein ziemlich starkes Indiz, dass das LKA von dem Geschäft wusste und es deckte.
Ärger gab es bei dem Deal, weil ihm die LKA-Leute gesagt hätten, er möge den Stoff in der Stoßstange des Wagens verstecken.
Dann könne er an der Grenze, sollte er kontrolliert werden, sagen, das habe ihm einer da reingesteckt.

Aus Bequemlichkeit steckte W. den Stoff aber in die Unterhose.
Er wurde kontrolliert, die LKA-Männer mussten ihn rausholen
und waren mächtig sauer.
Vor allem musste W. den Bandidos erklären, warum er so glimpflich davon kommt, obwohl er doch mit Drogen erwischt wurde.
Das LKA distanzierte sich von W. Ihm wurde der Prozess gemacht: knapp sieben Jahre wegen Drogenhandels.

Etliche LKA-Beamte haben im Prozess ausgesagt.
Gegen Mario W.
Alle widersprachen den seltsamen Geschichten.

Auf Akten, die W. womöglich entlastet hätten,
konnten die Richter nicht zugreifen.
Die wurden vom Innenministerium gesperrt.

Geheimsache W.

Auszüge aus dem Artikel 4. Dezember 2015 der Süddeutsche Zeitung

Der Vorsitzende Richter Döpfner hat nun Zugriff auf die Akte Mario W. und kann nachvollziehen was wirklich geschah.

Das neue Urteil steht so der Richter Döpfner Ende Mai 2016.

Unterstützerkreis